Geschichte



Londons Geschichte begann im Jahre 43 nach Christus, als die Römer in Britannien einfielen und eine kleine Hafensiedlung namens Londinium gründeten. Schon bald danach wurde die erste Brücke über die Themse gebaut und damit der Beginn einer großen Stadt begründet. Der Weg zur Weltmetropole war aber noch weit. Unter dem langsamen, aber sicheren Untergang des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert litt auch Londinium und so verfiel die Stadt zusehends.

Größere Bedeutung erhielt das ehemalige Londinium erst wieder im 9. Jahrhundert, als die Angelsachsen Lundenburgh gründeten. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum und wuchs, nicht zuletzt wegen dem Bau dreier großer Festungen, zur Hauptstadt heran. 1189 wurde unter König Richard Löwenherz die London Bridge erbaut, die mehr als 600 Jahre Bestand hatte und bis ins 18. Jahrhundert die einzige Brücke über die Themse war.

Ab dem späten 15. Jahrhundert regierten die Tudors für mehr als hundert Jahre. Der bekannteste Monarch ist Henry VIII, der 1529 für die Abspaltung von der Kirche Roms verantwortlich zeichnete und in weiterer Folge die anglikanische Kirche gründete. In dieser Zeit war London bereits ein blühendes Handelszentrum und Großbritannien gründete erst überseeische Kolonien. Die Stadt wuchs rasant und im Jahre 1665 dürfte sich die Einwohnerzahl um 500.000 bewegt haben. Die im selben Jahr wütende Pest forderte allerdings etwa 70.000 Menschenleben. Im darauf folgenden Jahr passierte mit dem Großen Brand von London eine weitere Katastrophe. Es ist zwar nur von wenigen Toten die Rede, allerdings wurden rund 100.000 Einwohner obdachlos. 1801 lebten rund 1 Million Einwohner in London, damit löste die britische Hauptstadt Paris als größte Stadt Europas ab. Mit der Thronbesteigung von Queen Victoria 1834 erlebte das Land und damit auch London eine weitere Blütezeit. Die Hauptstadt war Verwaltungs- und Finanzzentrum des zu dieser Zeit stetig wachsenden British Empire. Das 20. Jahrhundert war geprägt von den beiden Weltkriegen, die auch London nicht verschonten. Insbesondere die Bombardements im Jahre 1940 sowie 1944/1945 verursachten verheerende Schäden. Insgesamt fast 30.000 Menschenleben waren zu beklagen, zehntausende Häuser, die meisten davon in den Docklands, wurden zerstört und machten Hunderttausende obdachlos.

Seit dem Ende des 2. Weltkrieges hatte London genügend Probleme zu lösen: erst die Wohnungsnot, dann der Smog und schließlich der Kampf gegen den Terror. Während die IRA in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren mit Anschlägen für Angst und Schrecken sorgte, geht heute die Gefahr vor allem von islamistischen Terroristen aus.